Syrien

Syrien – Kulturlandschaft zwischen Gebirge, Wüsten und Mittelmeer

Als arabische Heere im 7. Jahrhundert Syrien eroberten, hatten dort Ägypter, Assyrer und Hethiter ebenso wie Perser, Griechen und Römer bereits ihre Spuren hinterlassen.

Mit rund 185.000 km² ist Syrien ungefähr halb so groß wie Deutschland. Im Jahr 2010 lebten knapp 21 Mio. Menschen im Land, die meisten in Aleppo, der Hauptstadtregion von Damaskus, in HomsHama und Latakia.

Die 63 v. Chr. begründete römische Provinz Syria war reich und bedeutend, nach der Islamisierung im Jahr 634 wechselte das Gebiet zwischen Herrschaftsansprüchen. Die Syrische Republik wurde erstmals im Jahr 1930 gegründet und im Jahr 1946 unabhängig von Frankreich.

Seit Frühjahr 2011 entwickelte sich aus Demonstrationen gegen die syrische Regierung der Bürgerkrieg in Syrien, der durch internationale Intervention in Teilen des Landes niedergeschlagen wurde und sich heute auf den Norden und Nordosten des Landes konzentriert.

Der Libanon und Syrien sind als Weinanbaugebiete bereits in der Bibel erwähnt. Vor allem der französische Weinanbau hat das Land über Jahrhunderte geprägt. Hervorragende Weine in Bordeaux-Qualität wurden bis zum Bürgerkrieg produziert und inzwischen haben engagierte Winzer aus der Region östlich von Latakia wieder die Produktion für den Export aufgenommen.

In Zentral- und Süd-Syrien kehrt langsam der Alltag wieder ein und in Damaskus wurde vor kurzem auch das berühmte Nationalmuseum wiedereröffnet. Aktuell gibt es noch keine internationalen Direktflüge nach Damaskus, so dass eine Anreise bislang nur über den Libanon möglich ist. Trotz weiterhin bestehender Reisewarnungen haben die Basare und Hotels in einer der ältesten, durchgängig besiedelten Hauptstädte der Welt hingegen wieder geöffnet und warten auf die Rückkehr der Kulturtouristen aus aller Welt.

Kultur

Syrien gilt neben dem Zweistromland (heute: Irak) als eine der kulturellen Wiegen der Menschheit. Hier wurde die Landwirtschaft entwickelt, hier haben viele Religionen und Kulturen ihren Ursprung. Ca. 90% der Syrer sind arabischer Abstammung. Eine besondere Gruppe stellen dabei Flüchtlinge aus dem Irak (ca. 200.000) und Palästina (ca. eine halbe Million), die aufgrund der politischen Umstände in ihren Ländern nach Syrien übersiedelten. Die zweitgrößte Gruppe sind die Kurden, die rund sieben Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Weiterhin leben in Syrien etwa zwei bis drei Prozent Armenier.

Auch in Hinsicht auf die religiösen Gemeinschaften findet man in Syrien eine große Vielfalt. Dominiert wird diese Vielfalt von den Sunniten, die mit 74% den größten Anteil unter den Religionen des Landes stellen. Zweitgrößte Gruppe mit 13% sind die Schiiten, welche sich aus verschiedenen Unterströmungen zusammensetzen, von denen die Alawiten die größte bilden (andere sind Zwölferschiiten und Ismailiten). Danach folgen mit 10% die Christen, welche sich auch in eine Vielzahl von Kirchen aufspalten. So findet man in Syrien armenische Katholiken, assyrische Katholiken, Maroniten, römisch-katholische Christen, Syrisch-Orthodoxe, armenische Christen und Nestorianer.

Die Amtssprache in Syrien ist Arabisch. Im Nordosten sprechen allerdings auch viele Menschen Kurdisch. Andere Sprachen, die gesprochen werden, weil es entsprechende Minderheiten gibt, sind Assyrisch, Armenisch, Aramäisch und Turkmenisch.

In Syrien gibt es sowohl staatliche als auch religiöse Feiertage. Grundlage für die staatlichen Feiertage ist dabei, wie in mittlerweile fast allen arabischen Ländern, der Gregorianische Kalender, der aus muslimischer Sicht oft fälschlich als christlich konnotiert wird. Für die islamischen Feiertage gilt die Hidschra-Zeitrechnung nach dem Mondkalender. Da das Mondjahr elf Tage kürzer ist als das Sonnenjahr, „wandern“ die islamischen Feiertage jedes Jahr entsprechend „nach vorn“.

Essen und Trinken

Die syrische Küche ist eine Regionalküche der Arabischen Küche mit Einflüssen aus dem ehemals herrschenden Osmanischen Reich mit dessen türkischer, kurdischer und armenischer Kultur im Norden und der Küche der Levante an der Küste des Mittelmeers mit seiner kulturellen und religiösen Vielfalt. Die Hauptzutaten der syrischen Küche sind Weizen, Kichererbsen, Oliven, Tomaten, Aprikosen, Granatäpfel, Datteln und Feigen. Zum Würzen werden Minze, Koriander, Petersilie, Kardamom, Zimt, Safran, Sesam und Kreuzkümmel benutzt.

Das in der Zubereitung benutzte Fleisch ist hauptsächlich Lamm und Geflügel, in den Küstenbereichen auch Fisch. Schweinefleisch wird, wie in allen muslimischen Ländern, nicht verarbeitet oder gegessen, reichlich hingegen Knoblauch, Zwiebeln und Olivenöl.

In den küstennahen Regionen wird häufig Mate-Tee zu den Mahlzeiten getrunken. Aber auch Fruchtsäfte und Shakes gelten als beliebte Getränke in Syrien. Nationalgetränk ist der Arak, ein Destillat, das aus Wein hergestellt wird und dem man Anis hinzufügt.

Weinanbau in Syrien
Der an Libanon, Jordanien und Irak grenzende Staat an der Mittelmeer-Küste ist eine der Wiegen der Weinbaukultur. Teilbereiche im Nordosten waren Teil der Kulturlandschaft Mesopotamien. Der Küstenbereich und Teile des Libanon zählten im 2. und 1. Jahrtausend v. Chr. zu Phönikien. Im heutigen Syrien liegende phönikische Stadtstaaten waren Arados (Arwad) und Ugurit (Latakia). Rebstöcke wurden hier schon zumindest Anfang des 2. Jahrtausends kultiviert. Der erzeugte Wein wurde unter anderem nach Ägypten an den Hof der Pharaonen geliefert. Die Hauptstadt Damaskus wurde um 1.500 v. Chr. als Zentrum des Aramäerreiches gegründet und ist in der Bibel als Weinbauzentrum erwähnt.
Einen Weinbau gab es bis in die 1970er-Jahre, wurde aber dann durch islamischen Fundamentalismus und das damit verbundene Alkoholverbot nahezu eliminiert. Der berühmte englische Wein-Autor Cyrus Redding (1785-1870) berichtete, dass man in Syrien roten und weißen Wein in Bordeaux-Qualität erzeugt.
Damals muss es also noch nennenswerten Weinbau gegeben haben. Im Zeitraum 1920 bis 1944 war Syrien französisches Mandatsgebiet, wodurch französische Rebsorten eingeführt wurden und eine Belebung des Weinbaus erfolgte. Anfang der 1990er-Jahre existierten noch 120.000 Hektar Rebffläche. Diese schrumpften bis 2012 auf 49.000 Hektar, die aber nahezu ausschließlich für Tafeltrauben und Rosinen genutzt werden. Die geringe Weinproduktion von rund 1.000 Hektar Rebfläche mit französischen Rebsorten in den Hügeln um Damaskus, Aleppo und Hems erfolgt durch die Christen-Minderheit. Durch den ab 2011 tobenden Bürgerkrieg kam der Weinbau aber nahezu völlig zum Erliegen. Inzwischen beginnt der Weinanbau sich wieder langsam von den Kriegsauswirkungen zu erholen und ein erstes Weingut (Domaine de Bargylus) produziert in Jebel-Al-Ansariyeh (60 km östlich von Latakia) bereits wieder für den Export nach Europas.
Quelle: Wein-Plus Glossar

Klima

Syrien liegt im Übergangsbereich vom Mittelmeerklima im Westen zum kontinentalen Trockenklima im Osten. Der Westen Syriens hat heiße, trockene Sommer (Mai bis Oktober) und milde, feuchte Winter (November bis April).

Der Küstenbereich und das anschließende Gebirge erhalten jährliche Niederschläge zwischen 500 und 1.000 mm. Östlich des Küstengebirges ändert sich das Klima rasch. Es wird zunehmend trockener und heißer. Schon die Hauptstadt Damaskus hat nur noch 260 mm Niederschlag; im Osten werden in der Syrischen Wüste nur noch 10-200 mm erreicht.

Gesundheit

Das Auswärtige Amt empfiehlt grundsätzlich, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich jeder Reise zu überprüfen und zu vervollständigen, siehe www.rki.de.
Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), unbedingt auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR) Influenza, Pneumokokken und Herpes Zostter (Gürtelrose).
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Typhus, Hepatitis B und Tollwut empfohlen.

Bedingt durch den seit 2011 anhaltenden Konflikt hat auch die medizinische Versorgung stark gelitten und steht nicht verlässlich zur Verfügung. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption sollte abgeschlossen werden, allerdings wird diese Versicherung eher erst in den Nachbarländern einen Nutzen haben.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben, siehe z. B.auch www.dtg.org.

Denken Sie an eine gut bestückte Reiseapotheke. Darin sollten alle Medikamente enthalten sein, die Sie ärztlich verschrieben bekommen haben. Desgleichen sollten Sie Arzneimittel mitnehmen, die bei Übelkeit, Kopfschmerzen, Erkältungen, fiebrigen Infekten und anderen typischen Reiseerkrankungen helfen.

Weitere Angaben hierzu können Sie auch der Info-Seite des Auswärtigen Amtes entnehmen. Link: AA Reiseinfos Syrien

Einreisebestimmungen

Wenn Sie nach Syrien reisen, benötigen Sie einen Reisepass, der ab Ende der Reise noch mindestens 3 Monate lang gültig sein muss. Deutsche Staatsangehörige benötigen zur Einreise in die Arabische Republik Syrien ein Visum.
Dieses ist bei Grenzübertritt aus dem Libanon zu beantragen. Die Visa-Gebühr beträgt aktuell rund 80,- USD (Stand: 01/2019) die in Bar (!) vor Ort zu entrichten sind. Zusätzlich ist eine Ausreisegebühr in Höhe von 5,- USD zu berücksichtigen (Stand: 01/2019).
Wir empfehlen daher, den Betrag bereits in Deutschland vor Abreise einzutauschen und mitzuführen.

Bitte beachten Sie: Enthält der Reisepass israelische Einreisestempel oder Einreisestempel von Grenzübergängen, die an Israel grenzen (Grenzübergang Allenby-/König Hussein Brücke zu Jordanien oder Grenzübergang Taba (Sinai) zu Ägypten) wird die Einreise – auch wenn die syrische Botschaft ein Visum erteilt hat – verweigert.

Weitere Angaben hierzu können Sie auch der Info-Seite des Auswärtigen Amtes entnehmen. Link: AA Reiseinfos Syrien

Wussten sie schon…?

… dass Syrien in der geschichtlichen Neuzeit Teil von Ägypten war? Tatsächlich schlossen sich Ägypten und Syrien 1958 zur Vereinigten Arabischen Republik zusammen. Ziel des ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser war ein Zusammenschluss der arabischen Länder um den amerikanischen, britischen und französischen Einfluss in der Region zurückzudrängen. 1961 trat Syrien und das damalige Nordjemen aus, womit das Konstrukt Geschichte wurde.

Unsere Syrien Reisen:

Sonderreise von Beirut nach Damaskus

Von Beirut nach Damaskus  – das historische Herz Syriens 9-tägige Orientaltours Reise Als arabische Heere im 7. Jahrhundert Syrien eroberten, hatten dort Ägypter, Assyrer und Hethiter ebenso wie Perser, Griechen und Römer bereits ihre Spuren hinterlassen. Damaskus gilt mit einer durchgehenden Besiedlung seit 5.000 Jahren als die älteste Hauptstadt der Welt. Von 661 bis 750 […]

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