Kirgistan

Kirgistan Reisen: Jurten und Schneeleoparden

Kirgistan auch Kirgisistan genannt, ist ein zentralasiatisches Hochgebirgsland mit überdurchschnittlicher Artenvielfalt. 90% des Landes liegen über 1000 m NN. Das Tienschan-Gebirge, das Alai und Transalaigebirge, sowie die Ausläufer des Pamir-Gebirges sind wichtige Landmarken. Die Gebirge sind von großer Bedeutung für den lokalen Wasserhaushalt der Region und für viele andere ökologische Funktionen. Das Tienschan-Gebirge ist ein Eldorado für 20.000 verschiedene Arten, darunter die nur noch sehr seltenen Schneeleoparden und die Marco Polo – Schafe. Außerdem finden sich in Kirgistan die größten Walnusswälder der Welt.

Bereits im ersten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung war das kirgisische Volk in Zentralasien bekannt. Seinen Namen erhielt es im Laufe von Jahrhunderten, erstmals schriftlich erwähnt ist er im Jahre 201 vor Christus. Erste menschliche Spuren in diesem zentralasiatischen Gebiet werden auf ein Alter von etwa 300.000 Jahren geschätzt und zahlreiche Steinzeichnungen von ungefähr 10.000 Jahren Alter geben Zeugnis einer frühen und alten Kultur.

Das kirgisische Volk hat sich aus verschiedenen nomadisierenden Turkvölkern über Jahrhunderte entwickelt. Seit dem 13. Jh. gehörten sie zum Mongolenreich Dschingis Khans. Entsprechend bedeutend sind  Pferdezucht und Jurte noch heute in der Kultur des Landes. Das Manas, das kirgisische Heldenepos erzählt vom ereignisreichen Leben der Kirgisen, seinen Kämpfen und Siegen. Ein großer Teil der kirgisischen Bevölkerung ist nach der Auflösung der Kolchosen zur Subsistenzwirtschaft und zur traditionellen semi-nomadischen Landnutzung zurückgekehrt. Zudem nimmt der Naturschutz in ihrer Kultur einen hohen Stellenwert ein. In Kirgistan gibt es aber auch eine hohe Alphabetisierungsrate und eine Kultur, in deren Traditionen der Naturschutz einen hohen Stellenwert einnimmt.

Übrigens: Der Reiseführer-Anbieter Lonely Planet hat Kirgistan zu den Top 10 Trendzielen des Jahres 2019 gewählt. Kirgistan belegt dabei Platz 5!

Kultur

Im ausgehenden 2. Jh. war Seide eine kostbare Handelsware, die über die sogenannte Seidenstraße – eigentlich ein System verschiedener Handelsstraßen –  transportiert wurde. So geschah es, dass 2 „Welten“ wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten, der Osten und der Westen, miteinander in Kontakt kamen. Im Zentrum der Seidenstraße, dem heutigen Zentralasien (Usbekistan, Tadschikistan und Kirgistan trafen die verschiedensten Kulturen aufeinander. Es entstand eine Symbiose, die das geistige und das kulturelle Leben der Menschen bis heute prägte.

Kirgistan wird geographisch durch die hohen Bergketten des Tienshan in einen südlichen und nördlichen Teil getrennt. Die Fahrt mit dem Auto zwischen Norden und Süden führt über mehrere bis zu 3.000 Meter hohe Pässe und ist besonders im Winter lang und beschwerlich. Das hohe Gebirgsmassiv teilt das Land nicht nur geographisch, sondern auch sozio-politisch in einen nördlichen und südlichen Teil.

Der Norden des Landes mit der Hauptstadt Bischkek ist stark Russisch geprägt. Ein Großteil der Industrieproduktion war zur Zeit der Sowjetunion im Norden angesiedelt. Bis heute geht es der Bevölkerung im Norden wirtschaftlich besser. Trotz der massiven Abwanderung von Russen und Deutschen in den letzten Jahrzehnten leben im Norden Kirgistan auch heute noch über 80 verschiedene Ethnien in mehr oder weniger friedlicher Koexistenz.

Im ländlich geprägten Süden Kirgistans,  mit denen im Ferghanatal gelegenen städtischen Zentren Osch (zweitgrößte Stadt des Landes) und Dschalalabad, leben vor allem Usbeken und Kirgisen, sowie zu einem kleinen Prozentsatz auch Tadschiken. Das Zentrum Südkirgistans bildet das Ferghanatal, ein fruchtbares Becken, das sich auf einer Breite von 170 km und einer Länge von 350 Km erstreckt.

Das Ferghanatal mit 15 Mio. Einwohnern gilt als eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Gebiete Zentralasiens und gleichzeitig als potentieller Krisenherd mit großen wirtschaftlichen, sozialen und interethnischen Problemen.

Die Grenzen Tadschikistans, Usbekistans und Kirgistans treffen hier in einem verschlungenen Verlauf aufeinander und teilen das Ferghanatal in drei Staaten. Die heutigen komplizierten Staatsgrenzen wurden Anfang der 1920ger Jahre unter Stalin als Verwaltungsgrenzen zwischen den Unionsrepubliken ohne Rücksicht auf ethnische Gegebenheiten gezogen. So kommt es, dass in Kirgistan im Gebiet Osch und Dshalalabad mehrheitlich ethnische Usbeken leben. Im angrenzenden Usbekistan wiederum leben neben Usbeken viele ethnische Tadschiken und Kirgisen.

Quelle: Wikipedia, www.liportal.de

Buchtipp:
Ein sehr empfehlenswerter, “frischer” Reiseführer kommt aus dem renommierten Trescher-Verlag: Reiseführer Zentralasien.
Dieser umfasst Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan und stammt aus der Feder der Zentralasien-Expertin Dagmar Schreiber.

Videotipp:
Doku “Kirgistan, Tadschikistan Pamir backpacker by XIPIfilms (deutsch)”, eine fantastische Reise von Kirgistan nach Tadschikistan auf das Dach der Welt – dem Ostpamir. Veröffentlicht auf youtube, Laufzeit: 46 min. Link: Ostpamir

Essen und Trinken

Essen

Die Küche von Kirgistan ähnelt der der anderen zentralasiatischen Nachbarländer Usbekistan und Turkmenistan. Wer die rustikale Küche bevorzugt, kommt voll auf seine Kosten. Als Nationalgericht gilt in allen diesen Ländern der “Plov”. Hierbei handelt es sich um einen Reiseintopf, der immer anders zubereitet wird, aber stets sehr lecker schmeckt. Ähnlichkeiten mit der Paella Spaniens, dem türkischen Pilaw und dem indischen Biryani liegen auf der Hand.

Ebenso findet man hier wie dort ein rundes Fladenbrot mit dickerem Rand, das zu fast allen Mahlzeiten gereicht wird. Aus welcher Region das Brot kommt, kann man übrigens am typischen Brotstempel erkennen.

Fleisch isst man gern und viel: In den kirgisichen Nationalgerichten spiegelt sich viel von der Geschichte und der Kultur des Volkes wider. Die Viehzucht war lange Zeit Hauptbestandteil des kirgisischen Lebens, weil die Menschen als Nomaden durch das Land zogen. Deshalb sind Milch und Fleisch die Grundlage für viele Gerichte und kommen noch heute täglichen auf den Tisch.

Zu jeder Feier – sei es ein religiös oder familiäres Fest oder ein historischer Gedenktag – schlachtet man in Kirgistan traditionellerweise ein Tier, meistens einen Hammel. Beliebt sind aber auch Rind-, und Pferdefleisch. Vor allem die Gerichte aus Pferdefleisch gelten als Delikatesse.

Die Auswahl an Milchprodukten ist erstaunlich groß hierzulande. In Kirgistan wird nämlich nicht nur Kuhmilch verarbeitet, sondern auch Stutenmilch. Daraus machen die Kirgisen dann verschiedene Joghurtsorten, Käse, Sahne oder die bekannten salzigen Kurut-Bällchen.

Die kirgisische Küche ist ohne Brot und Mehlspeisen undenkbar. Die Vielfalt ist so groß, dass man am Geschmack des Brotes und der Zubereitungsart sogar die verschiedenen Regionen unterschieden kann.

Trinken

Zu trinken gibt es vor allem Tee. Ältere Leute trinken überwiegend grünen Tee, jüngere mehr schwarzen Tee. Zu den Mahlzeiten wird  vorrangig Wasser angeboten.

Klima

Das Klima in Kirgistan ist trocken und kontinental geprägt. Im Sommer wird es teilweise sehr heiß und trocken. Im Winter wiederum ist es eiskalt in Kirgisistan.
Im südlichen Teil des Landes erreicht das Thermometer im Sommer um die 45° C, im Winter sinken die Temperaturen in den nördlichen Regionen auf -18° C.
Ein wenig kühler ist es in den tieferen Lagen des Landes. Dort werden im Sommer um die 27° C und im Winter etwa -2° C gemessen. Kalt ist es im Sommer auch im Hochgebirge, selten steigt das Thermometer über 12° C und sinkt im Winter auf kühle -27° C. Teilweise spricht man dort schon vom subpolaren Klima.
Rund um den Issyk-Kul-See gelten eigene Klimawerte. Denn dieser sorgt dank seinen heißen Quellen für mildes ein Klima in der Region. Auch bei kalten Temperaturen im Winter friert der See nicht zu.
In Kirgistan regnet es nicht so oft. Pro Jahr rechnet man in etwa mit 300 mm. Die meisten Schauer finden im Früh- und Spätsommer statt. Im Hochplateau beträgt die Menge durchschnittlich 1.000 mm pro Jahr. Im Winter gibt es kaum Regen, dafür viel Eis und Schnee.

Beste Reisezeit

Frühling und Herbst sind am besten für den Besuch der tieferen Lagen Kirgistans geeignet. Die Monate April und Mai sorgen für eine Blütezeit im ganzen Land. Im September und Oktober ist hingegen Erntezeit, während der die Märkte mit frischem Obst und Gemüse gefüllt und die Wälder herbstlich gefärbt sind. Zu beiden Zeiten sind die Temperaturen im Gegensatz zu den heißen Sommern und kalten Wintern angenehm.

Die Monate Juli und August wiederum sind am besten dazu geeignet, um im Hochgebirge zu wandern und Trekking-Touren zu unternehmen. Die Durchschnittstemperaturen liegen dann bei 20 bis 25°C und sogar über 3.000 m meist noch bei bis zu 15°C.

Im Winter machen Schneefälle viele Gebirgsregionen unerreichbar. Im Flachland ist es dann bitterkalt. Wenn Sie jedoch zum Skifahren nach Kirgistan fahren wollen, sollten Sie während der langen und schneereichen Skisaison von Dezember bis April kommen.

Quelle: www.beste-reisezeit.org

Einreisebestimmungen

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja
Vorläufiger Reisepass: Ja
Personalausweis: Nein
Vorläufiger Personalausweis: Nein
Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen / Mindestgültigkeit

Reisedokumente müssen drei Monate über die geplante Ausreise bzw. die Gültigkeit des Visums hinaus gültig sein und sollten unbeschädigt sein. Fehlende oder zerrissene Seiten im Pass führen zur Einreiseverweigerung.

Personen, gegen die in einem GUS-Staat eine Fahndungsausschreibung vorliegt, müssen mit Zurückweisung bei der Einreise in die Kirgisische Republik rechnen.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen unabhängig vom Reisezweck für Aufenthalt von bis zu 60 Tagen kein Visum.
Für Aufenthalte von mehr als 60 Tagen ist ein Visum erforderlich, das vorab bei der dafür zuständigen kirgisischen Auslandsvertretung eingeholt werden muss.
Alternativ kann online ein eVisa für Aufenthalte bis zu 90 Tagen zu touristischen oder geschäftlichen Zwecken beantragt werden.

Registrierung

Deutsche Staatsangehörige, die sich länger als 60 Tage in Kirgistan aufhalten, müssen sich innerhalb von 5 Tagen nach Einreise bei der zuständigen Behörde registrieren. Zuständig ist der Staatliche Registrierungsdienst.
Die Registrierungspflicht gilt nach bisherigen Erkenntnissen auch für Inhaber von e-Visa.

Weitere Auskünfte finden Sie auf der Homepage des Auswärtigen Amtes und der Homepage der Landesvertretung. Link Auswärtiges Amt: Reisehinweise Kirgistan

Quelle: Auswärtiges Amt, Stand: 08/2019, alle Angaben ohne Gewähr.

Gesundheit

Es ist empfehlenswert vor Reisen nach Zentralasien, alle Impfungen zu überprüfen bzw. den entsprechenden Impfschutz aufzufrischen, die im aktuellen Impfkalender aufgeführt sind, der vom Robert-Koch-Institut bereitgestellt wird. Planen Sie einen Langzeitaufenthalt in Zentralasien, sollten Sie sich zur Sicherheit gegen Typhus, Hepatitis A, Hepatitis B impfen lassen als auch gegen Tollwut.
Die medizinische Versorgung in Kirgistan entspricht nicht dem westeuropäischen Standard. Bitte nehmen Sie persönlich benötigte Medikamente in ausreichender Menge mit. Die Reiseapotheke sollte u. a. Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden enthalten.

Impfempfehlungen finden Sie auch hier: www.tropeninstitut.de/Kirgistan

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